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Sozialwissenschaften und Berufspraxis - SuB
Call for Papers: Zivilgesellschaft 2/2012
Wer eigentlich konstituiert diese Zivilgesellschaft, welche Akteure, Konzepte und Diagnosen stehen dahinter und wie sind diese organisiert? Üblicherweise gelten Initiativen, Vereine, Verbände und Stiftungen als Repräsentanten eines Dritten Sektors, der nicht unmittelbar politischen oder wirtschaftlichen Interessen verpflichtet ist. Zusammen mit staatlichen und unternehmerischen Institutionen beeinflussen sie sowohl das Agenda-Setting als auch die Umsetzung. Das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger wird hier zunehmend als subsidiäre Ressource eingeplant. Wodurch sind Bewegungen und Organisationen der Zivilgesellschaft legitimiert? Welche Entwicklungen finden mit Blick auf Professionalität und Vernetzung statt? Wie steht es um Motivation, Spontaneität und Selbstorganisation engagierter Bürgerinnen und Bürger? Ist der „Wutbürger“ eine neue
und vielleicht auch beständige Form des Ausdruckes des Bürgerwillens oder nur eine kurz aufflammende Interessenbündelung betroffener lokaler Akteure?
Mit dem bisher auf das Gemeinwohl ausgerichteten und in seiner Ausgestaltung „zivilisierten“ Handeln ist das zivilgesellschaftliche Handeln vielfältig an Formen. Die etablierten Varianten wie Ehrenamt, freiwilligem bzw. bürgerschaftlichem Engagement oder Freiwilligendienst verlangen nach der Kenntnis der Motive (potenziell) Engagierter. Weil man davon ausgeht, dass Engagierte mehr als nur Gutes tun wollen, gelten Anreize und Anerkennungssysteme wie die Teilnahme an Bildungsmaßnahmen und Ausweise für Vergünstigungen als Standardelemente des Freiwilligenmanagements. Wie ist die Engagementbereitschaft in der Gesellschaft verteilt? Was sind Grundbedingungen der Freiwilligkeit mit Blick auf Lebenslagen und -phasen? Mit welchen Ausformungen des Engagements ist zu rechnen.
Ist in der Zivilgesellschaft mit ihren bisherig dominierenden Strukturen, Akteuren und Handeln ein verstärkter sozialer Wandel zu beobachten und wird dieser nachhaltig sein? Wird auf erkannte Mängel in einer Gesellschaft verstärkt mit Protest von eher unorganisierten Gruppen zu rechnen sein, die je nach Interessenlage temporäre Gruppen und Gemeinschaften über die üblichen partizipativen Möglichkeiten hinaus bilden?
Wie auch immer der Fokus gesetzt wird: Es sind soziale Phänomene, die förmlich nach Beschreibung und Interpretationen durch Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler rufen.
Interessierte Autorinnen und Autoren (Institute, Berufspraktiker/innen, Sozialwissenschaftler/innen) werden gebeten, bis 31. Januar 2012 einen Themenvorschlag und eine kurze Skizze (ca. 300 bis max. 500 Worte) für einen Beitrag bei der Redaktion (Adresse unten) einzureichen. Die fertig ausgearbeiteten Beiträge sollen dann bis zum 15. März 2012 der Redaktion vorliegen. Hinweise für die Gestaltung der Manuskripte finden Sie unter
www.bds-soz.de (>> Zeitschrift SuB >> Für Autoren) und in den einzelnen Ausgaben der SuB. Die Artikel werden mit redaktioneller Betreuung und nach wissenschaftlichen Standards publiziert. Veröffentlichte Beiträge werden im sozialwissenschaftlichen Literaturinformationssystem SOLIS erfasst. Auswahl und Zusammenstellung eingereichter Beiträge erfolgt nach redaktionellen Maßgaben und unter Hinzuziehung externer Gutachter.
Für die Redaktion
Stefanie Ernst und Ulla Ralfs
Anschrift:
Sozialwissenschaften und Berufspraxis
c/o Prof. Dr. Stefanie Ernst
Universität Magdeburg, Institut für Soziologie
Zschokkestr. 40, 39104 Magdeburg
Tel.: 0391/6756536
E-Mail: stefanie.ernst@ovgu.de oder Ulla.Ralfs@wiso.uni-hamburg.de
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