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Sozialwissenschaften und Berufspraxis - SuB
Call for Papers für Heft 2/2010
Konsum, Kommerzialisierung und Arbeit
Mit den technischen Möglichkeiten neuer Kommunikationsmedien und der Transformation der Arbeitsgesellschaft werden klassische Dienstleistungen vermehrt an Kundinnen und Kunden übertragen. Diese Entwicklung birgt durchaus ambivalente Folgen. Statt am Serviceschalter Schlange zu stehen, um eine Bahnfahrkarte oder ein Flugticket zu erwerben
oder eine Banküberweisung abzugeben, kann der modern verkabelte informierte Kunde nicht nur selber per Mausklick tätig werden. Er/sie muss inzwischen vielfach initiativ werden, um den effektivsten Weg an sein Konsumziel zu finden. Die Beratungsleistung verschiebt sich damit vermehrt auf den mitarbeitenden Kunden. Was passiert in dieser als Prosuming
bezeichneten Verschmelzung von Produktion und Konsumtion eigentlich genau?
Schafft die freiwillige und vielfach begeistert aufgenommene Mitwirkung des Kunden am Wertschöpfungsprozess langfristig (Dienstleistungs-)Arbeit ab? Werden die Konsumenten damit gar Produzenten und lösen sich alte Herrschaftsverhältnisse auf, wenn Konsumption und Produktion wieder, aber unter neuen Vorzeichen, entgrenzt werden? Was die vorindustrielle Produktions- und Vergesellschaftungsform beschrieben hat, erlangt in der consumer research erneute Aufmerksamkeit. Zu fragen bleibt, ob mit diesen Trends neue Autonomie erlangt werden kann oder die damit einhergehenden Kompetenzanforderungen an den aktiven und aufgeklärten Konsumenten sich als Zumutung erweisen.
Wer sind mithin die Betroffenen, wer die Trägergruppen dieses Trends? Was ist letztlich von der Prognose zu halten, dass unsere Zukunft von der creative class, wie sie Richard Florida euphorisch feiert, in städtebaulich vielfach schon sichtbaren Kreativquartieren vorweggenommen wird? Schaffen kreative Milieus neue, kreative Arbeit und Formen des Konsums oder werden andere Arbeitsplätze abgedrängt, ausgelagert oder gar aufgelöst? Oder haben wir von gänzlich anderen, neuen Arbeitskräften auszugehen, die Wissensarbeit und Wissensmanagement als Profession betreiben? Was sind zwischen Outsourcing, Consuming, Mass Customization und Downsizing die neuen Arbeitsfelder auch und gerade
für SozialwissenschaftlerInnen?
Diese Beobachtungen und Perspektiven sollen in Heft 2/2010 vielfältig aufgegriffen und betrachtet werden.
Interessierte Autorinnen und Autoren (Institute, Berufspraktiker/innen, Sozialwissenschaftler/innen) werden gebeten, bis 31. Januar 2009 einen Themenvorschlag und eine kurze Skizze (ca. 300 bis max. 500 Worte) für einen Beitrag bei der Redaktion (Adresse unten) einzureichen. Die fertig ausgearbeiteten Beiträge sollen dann bis zum 15. März 2009 der Redaktion vorliegen. Hinweise für die Gestaltung der Manuskripte finden Sie unter www.bds-soz.de (>> Zeitschrift SuB >> Für Autoren) und in den einzelnen Ausgaben der SuB.
Die Artikel werden mit redaktioneller Betreuung und nach wissenschaftlichen Standards publiziert. Veröffentlichte Beiträge werden im sozialwissenschaftlichen Literaturinformationssystem SOLIS erfasst. Auswahl und Zusammenstellung eingereichter Beiträge erfolgt nach redaktionellen Maßgaben und unter Hinzuziehung externer Gutachter.
Für die Redaktion
Stefanie Ernst und Ulla Ralfs
Redaktionsanschrift:
Sozialwissenschaften und Berufspraxis
c/o Prof. Dr. Stefanie Ernst
Universität Hamburg, Fachbereich Sozialökonomie
Von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg
Tel.: 040/42838-3049; oder: 3072 E-Mail: redaktion@bds-soz.de
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