Sozio-ökonomische Zusammenhänge im Bildungssystem PDF Drucken E-Mail
Das Bildungssystem befindet sich im globalen Umbruch. Was bedeutet das regulationstheoretische Konzept des Fordismus/Postfordismus für die Debatte um den Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung? Ein Gespräch mit dem Soziologen Prof. Andreas Lange von der Hochschule Ravensburg-Weingarten über Bildung, Ganztagsschulen und Postfordismus.

Einseitig.info: Welchen erkenntnistheoretischen, heuristischen Stellenwert hat das regulationstheoretische Konzept des Fordismus/ Postfordismus für die Geschichte und Analyse des Bildungssystems?

Andreas Lange: Ich halte es für grundlegend, dass man das Bildungssystem in übergreifende sozio-ökonomische Zusammenhänge einordnet. Die Regulationstheorie beschreibt, wie Wirtschaft, Arbeit und Leben in einer engen Figuration zusammen hängen. Das Dreiecksverhältnis aus Wirtschaft, Leben (Familie) und dem Bildungssystem wird viel zu wenig berücksichtigt. Allerdings variiert dieses von Nation zu Nation. Ich beziehe mich im Folgenden vor allem auf Deutschland und den deutschen Fordismus. Dabei wird deutlich, dass das Halbtagsschulsystem in den 1960er und 1970er Jahren deshalb so gut funktionierte, weil das Wirtschafts- und Familiensystem in einer gewissen Art und Weise organisiert wurden.

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